Kanalsanierung

Sprühliner-Verfahren – Rohrsanierung durch Beschichtung von innen

Fallrohre und Leitungen im Gebäude sanieren, ohne Wände aufzustemmen.

Beim Sprühliner-Verfahren — auch Sprayliner oder Sprühverfahren genannt — wird die Innenwand des Rohres mit einem Zweikomponenten-Harz beschichtet. Es entsteht eine nahtlose, glatte Innenschicht: ein neues Rohr im alten, ohne Schlauch, ohne Packer und ohne Erdarbeiten.

Seine Stärke spielt das Verfahren dort aus, wo Kurzliner und Inliner an Grenzen stoßen: bei kleinen Durchmessern, engen Bögen und vielen Abzweigen. Das sind typischerweise Fallrohre und Fallstränge, die über mehrere Etagen im Mauerwerk liegen, sowie die Anschlussleitungen von Küche und Bad.

Gearbeitet wird über vorhandene Zugänge — eine Revisionsöffnung, den Dachentlüfter oder einen Anschluss. Aufstemmen, Fliesen entfernen oder Wände öffnen entfällt; das Gebäude bleibt bewohnbar.

So funktioniert es:

Zuerst wird die Leitung gründlich gereinigt — mit Hochdruckspülung, bei Bedarf mit der Fräse — und per TV-Kamera untersucht. Nur ein sauberes, tragfähiges Rohr lässt sich beschichten. Anschließend wird die Leitung getrocknet.

Dann wird ein rotierender Sprühkopf durch die Leitung gezogen, der das Harz gleichmäßig auf die Rohrinnenwand aufträgt — in mehreren Schichten und unter ständiger Kamerakontrolle. Das Harz folgt jedem Bogen und legt sich auch um Abzweige, ohne sie zu verschließen.

Nach dem Aushärten bildet die Beschichtung eine geschlossene, glatte Innenhaut. Zum Abschluss untersuchen wir die Leitung noch einmal mit der Kamera und dokumentieren das Ergebnis.

Fallrohre sanieren ohne Stemmen

Ein undichtes Fallrohr ist die klassische Anwendung: Es läuft senkrecht durch mehrere Wohnungen, ist eingemauert, und ein Austausch bedeutet Baustelle in jedem Stockwerk. Mit dem Sprühliner wird der ganze Strang vom Dach bis zum Keller von innen erneuert — inklusive der Abzweige zu den einzelnen Etagen.

Das gilt ebenso für Regenfallrohre, Küchen- und Badleitungen sowie Leitungen aus Guss, Steinzeug oder Kunststoff, die von innen korrodiert oder porös geworden sind.

Sprühliner, Kurzliner oder Inliner?

Der Kurzliner repariert eine einzelne Schadstelle, bis zu 5 Meter am Stück. Der Inliner zieht einen harzgetränkten Schlauch als tragendes Rohr im Rohr durch Grund- und Hausanschlussleitungen — auch über 100 Meter. Der Sprühliner beschichtet dagegen die Innenwand und ist die Lösung für Fallrohre, kleine Durchmesser, enge Bögen und viele Abzweige.

Welches Verfahren passt, entscheidet die Kanal-TV-Untersuchung. Oft werden sie kombiniert: Grundleitung mit dem Inliner, Fallstrang mit dem Sprühliner.

Ihre Vorteile auf einen Blick

  • Keine Stemm- und Erdarbeiten, keine Baustelle im Haus
  • Abzweige und Anschlüsse bleiben offen — kein nachträgliches Auffräsen
  • Auch enge Bögen und kleine Durchmesser werden saniert
  • Nahtlose, glatte Innenschicht: bessere Fließeigenschaften, weniger Ablagerungen
  • Kurze Ausfallzeit, das Gebäude bleibt bewohnbar
  • Ergebnis per Kamera dokumentiert

Wo das Verfahren an Grenzen stößt

Die Beschichtung braucht ein tragfähiges Altrohr. Bei Rohrbruch, größeren Versätzen oder fehlender Rohrwand ist der Sprühliner nicht das richtige Mittel — dann kommt der Kurzliner oder der Inliner zum Einsatz. Was vorliegt, zeigt die Kamera vorab.

Häufige Fragen zum Sprühliner-Verfahren